Jose CabelloWEBDESIGN · DIGITALE STRATEGIE

WEBSITES FÜR KANZLEIEN

Was eine Kanzlei-Website braucht, um Mandanten zu gewinnen

Wer einen Anwalt sucht, hat meist ein Problem, das ihn beschäftigt, und wenig Ahnung, wen er anrufen soll. In wenigen Sekunden entscheidet er, ob Ihre Kanzlei seine Lage versteht und ob er Kontakt aufnimmt. Nach Jahren als Webdesigner für Kanzleien sind das die Elemente, die den Unterschied zwischen einem Besucher, der geht, und einer Anfrage machen.

Was in fünf Sekunden klar sein muss

Der erste Bildschirm muss drei Fragen beantworten, bevor Besucher scrollen: was Sie tun, für wen und was der nächste Schritt ist. Wer dafür erst die Geschichte der Kanzlei lesen muss, ist oft schnell wieder weg.

„Willkommen in unserer Kanzlei“ sagt nichts. „Fachanwälte für Arbeitsrecht für Arbeitnehmer und Unternehmen. Innerhalb von 48 Stunden sagen wir Ihnen, was Sie tun können“ sagt alles.

Dieser Satz ist nützlicher als jedes Bild einer Waage oder eines Richterhammers. Er nennt Ihren Schwerpunkt, macht klar, wem Sie helfen, und verspricht etwas Konkretes, das von Ihnen abhängt: eine schnelle, klare Antwort, nicht den Prozessgewinn.

Rechtsgebiete aus Sicht des Problems erklärt

Die meisten Kanzlei-Websites listen Rechtsgebiete auf: „Arbeitsrecht“, „Zivilrecht“, „Handelsrecht“. Mandanten suchen aber nicht nach „Zivilrecht“, sondern danach, was sie bei einem Erbe tun sollen, bei dem sich die Geschwister nicht einigen.

Geben Sie jedem wichtigen Rechtsgebiet eine eigene Seite und schreiben Sie sie aus den echten Situationen Ihrer Mandanten heraus:

  • Typische Fälle in den Worten der Mandanten: „Mir wurde gekündigt“, „ein Kunde bezahlt eine Rechnung nicht“, „ich möchte mich scheiden lassen und wir haben Kinder“.
  • Wie Sie arbeiten: Erstberatung, Prüfung des Falls, ungefähre Zeiträume.
  • Was vorzubereiten ist, bevor man mit Ihnen spricht.
  • Häufige Fragen zu diesem Rechtsgebiet.

Das hilft doppelt: Besucher erkennen sich wieder, und Google versteht besser, welche Suchanfragen jede Seite beantwortet.

Vertrauenssignale

Einen Anwalt zu beauftragen erfordert Vertrauen. Ihre Website sollte konkrete Gründe dafür liefern:

  • Echte Menschen. Fotos des Teams statt Stockbildern, mit Schwerpunkt, Werdegang und Sprachen.
  • Berufsrechtliche Angaben. Zuständige Kammer und Berufsbezeichnung. In Deutschland gehören sie ins Impressum (§ 5 DDG), in Spanien schreibt die LSSI Vergleichbares vor. Zugleich wirken sie seriös.
  • Überprüfbare Bewertungen. Google-Bewertungen oder Mandantenstimmen, die mit Zustimmung veröffentlicht werden.
  • Transparente Honorare. Feste Preise sind nicht nötig, aber erklären Sie, wie sich das Honorar berechnet und ob die Erstberatung etwas kostet.
  • Fachliche Präsenz. Artikel, Veröffentlichungen oder Medienauftritte, falls vorhanden.

Einfacher Kontakt ohne Hemmschwelle

Viele zögern, bevor sie einen Anwalt kontaktieren: Sie wissen nicht, was es kostet oder ob ihr Fall „wichtig genug“ ist. Senken Sie diese Hürde:

  • Ein sichtbarer Kontakt-Button auf jeder Seite, auch mobil.
  • Ein kurzes Formular: Name, Kontaktweg und eine kurze Beschreibung des Anliegens.
  • Erklären Sie, was danach passiert: „Wir antworten innerhalb eines Werktags und sagen Ihnen, ob wir helfen können“.
  • Ist die Erstberatung kostenlos oder hat sie einen Preis, sagen Sie es klar.

Ein wichtiges Detail: Bitten Sie im Formular nicht darum, den Fall ausführlich zu schildern. Eine kurze Einordnung genügt. Sensible Informationen besprechen Sie besser später, über einen geeigneten Kanal und mit der Vertraulichkeit, die Ihr Beruf verlangt.

Texte ohne Fachchinesisch

Ihre Arbeit ist komplex, Ihre Website sollte es nicht wirken lassen. Schreiben Sie so, wie Sie in einem ersten Gespräch mit Mandanten sprechen würden: kurze Sätze, erklärte Begriffe und der Fokus auf dem, was die Person braucht, nicht auf der Kanzlei.

Das ist der Kern der StoryBrand-Methode: Ihr Mandant ist der Held, Sie sind der Begleiter, der ihm hilft, sein Problem zu lösen. Ihre Erfahrung bleibt wichtig, aber als Beleg, dass Sie helfen können, nicht als Selbstdarstellung.

In meinem Buch La página web perfecta (auf Spanisch) erkläre ich diese Methode angewandt auf kleine Unternehmen und angepasst an das Webdesign: wie Sie StoryBrand auf die Bereiche Ihrer Website übertragen, mit einer klaren Botschaft und Handlungsaufforderungen.

Ratgeber: die vier Säulen guter Werbetexte ↗

Was eine Kanzlei-Website nicht sagen darf

Anwälte dürfen werben, aber innerhalb berufsrechtlicher Grenzen. In Deutschland regeln das vor allem § 43b BRAO und die §§ 6 ff. BORA. In Spanien legt Artikel 20 des Estatuto General de la Abogacía Española (Königliches Dekret 135/2021) fest, dass Anwaltswerbung nicht:

  • Tatsachen offenbaren darf, die unter die Schweigepflicht fallen;
  • allgemein oder konkret zu Rechtsstreitigkeiten anstiften darf;
  • Opfern von Unfällen oder Unglücken oder deren Erben innerhalb von 45 Tagen Leistungen anbieten darf;
  • Ergebnisse versprechen darf, die nicht allein von der Arbeit des Anwalts abhängen;
  • Mandanten ohne deren Zustimmung nennen darf;
  • Kammerembleme oder verwechselbare Symbole verwenden darf.

In der Praxis: kein „Wir gewinnen 98 % unserer Fälle“, keine Mandantenlogos ohne Erlaubnis und keine erkennbaren Fälle. Sie können erklären, wie Sie arbeiten und welche Mandate Sie betreuen, ohne jemanden zu identifizieren. Fragen Sie im Zweifel Ihre Kammer: Dieser Ratgeber ersetzt keine Beratung zu Ihrem Berufsrecht.

Ausführlicher dazu: Anwaltswerbung im Internet: was Sie sagen dürfen und was nicht.

Die Technik nicht vernachlässigen

  • Für Mobilgeräte gemacht. Viele Anfragen kommen vom Smartphone, oft in einem belastenden Moment.
  • Schnell und sicher. Eine Kanzlei verarbeitet sensible Informationen. Eine gehackte Website oder Sicherheitswarnungen zerstören das aufgebaute Vertrauen.
  • Google-Unternehmensprofil vollständig und passend zur Website, wenn Sie Mandanten in einer bestimmten Region betreuen.
  • Mehrere Sprachen, wenn Sie internationale Mandanten haben. Übersetzen allein reicht nicht: Jede Version sollte Begriffe erklären, die diese Mandanten aus dem örtlichen Rechtssystem nicht kennen.

Ratgeber: Vor- und Nachteile von WordPress ↗
Ratgeber: häufige Fehler auf Kanzlei-Websites ↗

Häufige Fragen zur Kanzlei-Website

Wie viele Seiten braucht eine Kanzlei-Website?

Das hängt davon ab, wie viele Rechtsgebiete Sie abdecken. Mindestens: Startseite, eine Seite pro wichtigem Rechtsgebiet, Team und Kontakt. Eine Kanzlei mit nur einem Schwerpunkt kann mit einer gut aufgebauten einseitigen Website auskommen.

Sollte ich meine Honorare veröffentlichen?

Das ist keine Pflicht, und viele Mandate haben keinen festen Preis. Wer aber erklärt, wie sich das Honorar berechnet, ob ein Vorschuss fällig wird oder was die Erstberatung kostet, verringert Unsicherheit und erhält mehr Anfragen.

Darf ich Mandantenstimmen zeigen?

Ja, mit Zustimmung der Mandanten. Öffentliche Google-Bewertungen sind eine gute Alternative, weil die Mandanten sie selbst veröffentlichen.

Brauche ich einen Blog?

Er ist nicht zwingend, aber Artikel, die echte Fragen Ihrer Mandanten beantworten, helfen bei der Auffindbarkeit in Google und lassen sich verschicken, wenn diese Fragen gestellt werden.

Soll ich die Website Ihrer Kanzlei prüfen?

Ich gestalte und schreibe Websites für Kanzleien und Beratungen, etwa für Campaner Law, El Asesor Laboral und Valdivia Abogados. Wenn Sie nicht sicher sind, was Ihre Website braucht, liefert die strategische Analyse (295 € zzgl. MwSt.) eine Diagnose mit Prioritäten. Wenn Sie es schon wissen, beginnt individuelles Webdesign bei 1.995 € zzgl. MwSt.

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